Wie die Erweiterte Realschule Neunkirchen-Wellesweiler
zur
"Alex-Deutsch-Schule" wurde

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erschien es aus vielen unterschiedlichen Gründen sinnvoll, dass sich Schulen ein bestimmtes, unverwechselbares Profil zulegen. In einer Zeit, an der auch an unserer Schule zunehmend mehr Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund unterrichtet werden, ergab sich die Notwendigkeit dafür zu sorgen, dass diese neue, kulturell und religiös reicher gewordene Schulgemeinschaft dauerhaft friedfertig zusammenlebt und zusammenwächst, denn: „Friedfertigkeit, Toleranz und Vertrauen sind die Grundlage eines jeden guten Zusammenlebens. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle Menschen, die hier (mit uns und unter uns) leben, sich vor Diskriminierung, Beleidigung, Bedrohung und Gewalt sicher fühlen können. Menschen müssen bei uns ohne jede Angst verschieden sein dürfen“ (Manfred Plaetrich, Staatskanzlei des Saarlandes, 2000).

Genau diese Vorstellung vertrat und vertritt der 1913 in Berlin geborene und seit 1978 in Neunkirchen-Wiebelskirchen wohnende Auschwitz-Überlebende Alex Deutsch.

                                      

 

Alex Deutsch mit seiner Frau Doris
(Foto aufgenommen am 25.11.06)

Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, als Zeitzeuge Jugendlichen in Schulen und Jugendgruppen von seinem Schicksal als deutscher Jude während der Zeit des Nationalsozialismus zu erzählen. Dabei geht es ihm nie um kollektive Schuldzuweisungen, sondern um eine glaubwürdige Weitergabe seiner Botschaft für mehr Mitmenschlichkeit und Toleranz. Ihm gelingt es immer wieder bis zum heutigen Tag als nunmehr Dreiundneunzigjährigem die jungen Leute durch seine Informationen anzurühren. Gerade wegen seiner schlimmen Erfahrungen und Erlebnisse wird seine Bitte verstanden, wenn er mit den Worten des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker sagt:

         „Lasst euch nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere
         Menschen! Lernt, miteinander zu leben und nicht gegeneinander!“


Alex Deutsch war auch in unserer Schule ein gern gesehener und von Jung und Alt geachteter Gast. Als damaligem Schulleiter erschien er mir das richtige Vorbild zu sein im Hinblick auf die vorgenannten Erziehungsziele. Und so fasste ich Mitte der Neunziger Jahre den Vorsatz, unsere Schule mit seinem Namen zu verbinden. In einem einige Jahre dauernden Prozess wurden Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft mit dem künftigen Namenspatron vertraut gemacht, sowohl die Kultusbehörde als auch insbesondere der Landkreis Neunkirchen als Schulträger begrüßten die vorgesehene Namensgebung. Herr Alex Deutsch selbst war ebenfalls bereit, sich mit unserer Schule zu verbinden und so wurde am Freitag, dem 7. September 2001, unter großer Anteilnahme der regionalen Öffentlichkeit in einer Feierstunde unsere Schule zur Alex-Deutsch-Schule umbenannt. Eine Schülerin der achten Klasse kommentierte unmittelbar danach diese Namensgebung mit den Worten:

         „Für mich haben Versöhnung und Toleranz ein Gesicht erhalten:
          Alex Deutsch.“

Max Rosar, bis 2004 Schulleiter der Alex-Deutsch-Schule

     Weiter Informationen über Alex Deutsch und sein Wirken finden Sie auf der Internetseite der Alex-Deutsch-Stiftung: www.alex-deutsch-stiftung.de und auf www.alex-deutsch.de oder www.alex-deutsch.com  

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